Monster in Film und Fernsehen sollen das Publikum meist durch Make-up, Prothesen, CGI und übertriebene körperliche Merkmale erschrecken. Aber hast du jemals darüber nachgedacht, dass hinter diesen Transformationen Schauspielerinnen und Schauspieler stehen, deren echtes Aussehen einen krassen Gegensatz zu den Figuren bildet, die sie spielen? Dieser Kontrast verleiht den Darstellungen oft zusätzliche Tiefe und zeigt die Macht der filmischen Illusion. Werfen wir einen Blick auf einige bemerkenswerte Filmfiguren, die für ihre Monster- oder Nicht-Mensch-Rollen bekannt wurden und deren Darsteller im echten Leben als attraktiv gelten.
Helena Bonham Carter – Ari („Planet der Affen“, 2001)
Ari, ein sympathischer Schimpansen-Charakter, wurde unter Einsatz aufwendiger Prothesen und Kostüme zum Leben erweckt. Helena Bonham Carters Aussehen im echten Leben steht im starken Kontrast zu dieser Figur, was zeigt, wie traditionelle Make-up-Effekte Gesicht und Erscheinung einer Schauspielerin vollständig verändern können.
Ari, gespielt von Helena Bonham Carter in Planet der Affen (2001), ist eine hochintelligente Schimpansin, die die Grenze zwischen Monster und Verbündeter verwischt. Obwohl sie zu einer Spezies gehört, die die Vorherrschaft der Menschen infrage stellt, machen ihr Einfühlungsvermögen und ihre Verbindung zu den Menschen sie zu einem sympathischen „Wesen“, das zeigt, dass nicht alle Monster nur furchterregend sind.

Bill Skarsgård – Pennywise („ES“, 2017–2019)
Skarsgårds Darstellung des Pennywise beruht stark auf Gesichtskontrolle und körperlicher Präsenz. Abseits der Figur unterscheiden sich sein Aussehen und seine zurückhaltende öffentliche Persönlichkeit deutlich von dem unheimlichen Clown, der ihn berühmt machte.

Doug Jones – Amphibienmann („The Shape of Water“, 2017)
Der Amphibienmann wurde durch einen Ganzkörperanzug und detailliertes Prothesendesign zum Leben erweckt. Doug Jones’ Performance basiert auf Körperhaltung und Gestik statt auf sichtbaren Gesichtszügen. Im echten Leben unterscheidet sich sein Erscheinungsbild stark von der Kreatur, was die Bedeutung von Kostüm und Darstellung verdeutlicht.

Robert Englund – Freddy Krueger („A Nightmare on Elm Street“)
Freddy Kruegers verbrannte Haut, Klingenhandschuh und bedrohliche Präsenz machten ihn zu einer Horrorikone. Robert Englunds echtes Aussehen mit ausdrucksstarken Gesichtszügen und ruhiger Ausstrahlung zeigt, wie drastisch die Transformation durch Make-up und Prothesen war.

Vladimir Furdik – Nachtkönig („Game of Thrones“)
Der imposante Nachtkönig entstand durch aufwendiges Make-up, Prothesen und körperliche Performance. Vladimir Furdik brachte dabei Bewegungskontrolle und Intensität ein. Im echten Leben wirkt sein Auftreten völlig anders, was die Effektivität der visuellen Verwandlung unterstreicht.

Brian Steele – Der Roboter („Lost in Space“, 2018–2021)
Der Roboter wurde durch Motion-Capture und physische Performance umgesetzt, wobei mechanische Bewegung mit emotionalem Ausdruck kombiniert wurde. Brian Steeles reales Erscheinungsbild steht im krassen Gegensatz zu der riesigen, metallischen Figur und verdeutlicht, wie Technik und Performance zusammenarbeiten.

Delphine Chanéac – Dren („Splice“, 2009)
Dren, eine hybride Kreatur, entstand durch Prothesen, visuelle Effekte und schauspielerische Darstellung. Delphine Chanéac musste präzise körperliche Bewegungen einsetzen, um den Charakter zum Leben zu erwecken. Ihr natürliches Aussehen steht im starken Kontrast zur gestalteten Kreatur.

Roberto Campanella – Pyramid Head („Silent Hill“, 2006)
Pyramid Head, oft „The Janitor“ genannt, ist eine der visuell erschreckendsten Figuren des Horrors. Die bedrohliche Wirkung entstand durch ein schweres Kostüm, einen überdimensionierten Helm und kontrollierte Bewegung. Roberto Campanellas reales Aussehen unterscheidet sich stark, was zeigt, wie Kostümdesign und Körpersprache einen Schauspieler vollständig verbergen können.

Gunnar Hansen – Leatherface („The Texas Chain Saw Massacre“, 1974)
Leatherfaces Horrorwirkung wurde durch schwere Masken, Prothesen und den körperlichen Einsatz mit einer Kettensäge erreicht. Gunnar Hansens Darstellung beruhte auf Haltung und Timing. Sein echtes Erscheinungsbild kontrastierte stark mit der grotesken Figur, was die transformative Kraft von Kostüm und Performance verdeutlicht.

Jacob Elordi – Frankensteins Monster („Frankenstein“, 2025)
In Guillermo del Toros Adaption von 2025 spielt Jacob Elordi Frankensteins Monster, eine Figur, die traditionell durch physische Andersartigkeit definiert ist. Die Rolle erfordert eine aufwendige visuelle Transformation und intensive körperliche Performance. Elordis Casting zeigt den starken Kontrast zwischen seinem vertrauten Bildschirmauftritt und der konstruierten, nicht-menschlichen Identität des Monsters. Zehn Stunden täglich im Make-up-Stuhl, ohne Pixel, hinter denen man sich verstecken könnte: Um die Kreatur zu werden, lässt Elordi sich in eine akribische Prothesenmontage von Mike Hill einfügen, del Toros langjährigem Make-up-Künstler. Das Design orientiert sich an Mary Shelleys Vorlage, mit sichtbaren Adern, natürlichem Haar und den Versuch-und-Irrtum-Narben von Victors Experiment. Das Ergebnis ist eine handwerklich geprägte, praktische Kreation für die Netflix-Adaption, in der ein Darsteller bereit ist, vollständig darin zu verschwinden.

